![[Hörzentrum Emsland] - Morbus Menière [Hörzentrum Emsland] - Morbus Menière](uploads/media/toptest_01.jpg)
Möglicher Verlauf der Hörkurve:
Hier sehen Sie rechts einen Verlauf der Hörkurve im Tonaudiogramm. Ein ähnliches Muster des Verlaufs ist bei vielen anderen Menière-Betroffenen erkennbar. Meist ist der Bereich der tiefen Töne betroffen, oft einseitig.
Beschreibung:
Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohres (Hörschnecke), bzw. Vestibularorgans, welche durch Anfälle gekennzeichnet ist. Ein Drehschwindel, Hörverlust, Übelkeit und Tinnitus gehören meist zu einem klassischen Menière-Anfall. Gerade am Anfang kann aber nur eine Hörminderung auftreten, lange bevor die Symptome Tinnitus und Drehschwindel hinzu kommen. Meist tritt die Krankheit zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. Oft sind Männer eher betroffen als Frauen. Bei häufigen Anfällen bleibt meist eine Hörbeeinträchtigung zurück, diese kann jedoch bei vielen Anfällen nur leicht oder bei wenigen schon gravierend sein.
Gerade der Tieftonbereich ist Basis des Sprachverstehens, insofern ist diese (meist einseitige) Hörminderung eine echte Belastung für die Betroffenen. Patienten beklagen außerdem, dass sie Sprache verzerrt hören.
Ursachen:
Ursache der Menière-Krankheit ist eine besondere Erkrankungsform des Innenohres. Sie entsteht durch eine krankhafte Wasseransammlung (endolymphatische Hydrops) ein Überdruck im Schneckengang, der das Syndrom und die dazu gehörenden Anfälle auslösen soll. Warum es dazu kommt, konnte bisher klinisch noch nicht nachgewiesen werden. Vermutlich reagiert die Hörschnecke relativ empfindlich auf allerlei Belastungen, die dann in Kombination Menière auslösen können.
Behandlung:
Eine Hörbeeinträchtigung bei Menière zu behandeln ist eine große Herausforderung für jeden Hörakustiker. Markant ist oft ein einseitiger Verlust im Tieftonbereich, der sich sogar nach Tagesform wie ein schwankendes Gehör verändert. Ein Tiefton-Hörverlust ist an sich schon eine Herausforderung. Es sollte, wenn möglich, also ein Hörsystem mit vielen Frequenzbändern gewählt werden, dass im Tieftonbereich fein zu justieren ist. Es kann mit einer Folien-Otoplastik recht offen angepasst werden, damit der Patient die hohen Töne noch normal hören kann. Der Test von einigen Hörsystemen erscheint sinnvoll, um das Beste herauszufinden, meist muss man sehr hochwertige Hörtechnik wählen. Ein Hörgerät mit Lautstärkeregelung (Potentiometer, Fernbedienung) kann wegen des schwankenden Gehörs im Tagesverlauf sehr helfen. Akustiker und Patient sollten auf keinen Fall "die Flinte zu früh ins Korn werfen".