Tinnitus

Möglicher Verlauf der Hörkurve:

Hier sehen Sie rechts einen Verlauf der Hörkurve im Tonaudiogramm. Da Tinnitus jedoch oft eine Begleiterscheinung ist, können die Hörkurven der Betroffenen völlig unterschiedlich aussehen.

Beschreibung:

Der Begriff Tinnitus bezeichnet ein Symptom, Tinnitus ist keine Krankheit. Der Betroffene nimmt Geräusche wahr, die nur er selbst hört. Die Geräusche haben keine äußere Quelle. Diese Wahrnehmung beruht auf einer Störung der Hörfunktion. Der Höreindruck des Tinnitus hat also nichts mit dem Schall in der Umgebung des Patienten zu tun.

Die Arten der Geräusche sind recht unterschiedlich, es können Brumm- oder Pfeiftöne sein, aber auch ein Rauschen, Zischen, Knacken oder Klopfen wird von den Betroffenen wahrgenommen.  Die Hörminderung in Kombination mit Tinnitus ist unterschiedlich. Tinnitus ist  bei Lärmschädigung, Otosklerose oder anderen Innenohrerkrankungen wie Hörsturz oft eine Begleiterscheinung.

Ursachen:

Die Ursachen des Tinnitus-Symptoms sind vielfältig und noch nicht bis ins Detail erforscht. Sehr häufig liegt eine Störung im Innenohr vor. In anderen seltenen Fällen wird der Ton durch eine Störung im Gehirn erzeugt.

Eine Schädigung im Innenohr kann die Sinneszellen beeinflussen. Geschädigte Zellen melden durch eine Fehlfunktion Schall an das Gehirn, ohne dass eine Schallquelle da ist. In diesem Fall ist der Tinnitus die Begleiterscheinung einer Störung in der Hörschnecke und wird oft von einem Hörverlust begleitet.

Liegt nur ein Tinnitus ohne Hörstörung vor, kann der Ton selbst einen kleinen Ausfall des Hörvermögens verursachen. Das Piepsen oder Rauschen kann gewisse Buchstaben überdecken. So kann es bei einem Ton zwischen 250 Hz und 8kHz sein, dass Teile des Sprachfeldes überdeckt werden und ein Hörverlust durch den Tinnitus entsteht.

Therapien:

An dieser Stelle wollen wir uns mit der Behandlung bei chronischem Tinnitus beschäftigen. Es gibt zahlreiche Therapiewege, und keiner ist der einzig wahre. Daher ist es für Patienten wichtig, sich ausgiebig zu informieren.

Wir bieten unseren Patienten eine Behandlung durch moderne Noiser- und Hörtechnologie, die im Regelfall nach Verordnung durch den HNO-Facharzt von den Krankenkassen getragen wird.

Bei den meisten Patienten besteht zum Tinnitus auch eine leichte Hörstörung. Daher wird der Tinnitus durch ein Hörsystem oder ein Tinnitus-Kombi-Gerät gelindert. In besonderen Fällen kann auch ein Tinnitus-Noiser eingesetzt werden. Bei 70% der Fälle helfen diese technischen Lösungen den Tinnitus zu kompensieren. 

Durch ein Hörsystem kann der Tinnitus reduziert werden, da die wieder hergestellten Frequenzen sehr oft den Tinnitus überdecken (Tisch-Springbrunnen-Effekt). Denselben Trick nutzt man bei der Verwendung eines Tinnitus-Rausch-Gerätes (Tinnitus-Noiser). Diese Systeme gleichen keine Hörbeeinträchtigungen aus, helfen jedoch den Ton zu überhören und langfristig im Gehirn als normal auszufiltern. 

Einige Patienten erleben ein Hörsystem daher als echte Befreiung, wenige können ein Hörsystem nicht vertragen. Daher raten viele HNO-Ärzte zu einem unverbindlichen Test von Hörsystemen.

Probieren geht hier über studieren. Über die Induktionsspule oder Bluetoothschnittstelle von einigen Hörsystemen kann zusätzlich ein leichtes Rauschen oder Entspannungsübungen oder Tinnitus-Musik eingespielt werden, welches von vielen Betroffenen (so auch vom Autor dieses Textes) als angenehm empfunden wird.

Töne im Kopf

Tinnitussysteme helfen den Tinnitus zu kompensieren. Eine Therapie mit Tinnitusgeräten leitet Ihr HNO-Facharzt nach einer Ausschlussdiagnostik ein, sofern Sie chronischen Tinnitus haben und darunter leiden. Die Kosten hierfür übernimmt Ihre Krankenkasse zum größten Teil.